Aufbau einer Geldanlage
Wie sollte eine Geldanlage aufgebaut sein?
Für den Aufbau einer Geldanlage gibt es keine Faustregel, da deren Erfolg von vielen Faktoren abhängig ist. Neben dem Alter, der familiären Situation spielen auch das Einkommen und das Sparziel eine große Rolle. Mit diesen Daten wird ein Risikoprofil des Anlegers erstellt.
Terrassenmodell
Wichtig bei der Geldanlage ist eine systematische Vorgehensweise. Als Leitbild für einfache und solide organisierte Finanzen wurde ein spezielles Terrassenmodel entwickelt, das gute Chancen bietet, ein kleines Vermögen aufzubauen.
1. Zahlungsverkehr: Auf einem Girokonto sollte das Geld für die laufenden Ausgaben deponiert werden, maximal 1 Monatsgehalt.
2. Kurzfristige Ausgaben (Urlaub, neue Möbel, etc.): Es sollte eine Reserve von maximal 3 Nettomonatsgehältern auf ein gut verzinstes Festgeldkonto oder Tagesgeldkonto oder –fonds deponiert werden.
3. Größere Anschaffungen, die mittelfristig planbar sind (Immobilien oder Autos): Wenn die Ersparnisse relativ zeitig benötigt, bieten sich Anleihen Sparbriefe, Renten- oder Immobilienfonds an. Bei späterer Inanspruchnahme, sind Aktien, Aktienfonds oder –zertifikate zu bevorzugen.
4. Langfristige Anlage für die Altersvorsorge: Ist der Ruhestand noch weit entfernt, kann der Aktienanteil höher sein. Als Faustformel gilt 100 – Lebensalter = Aktienanteil (in %). Ein 30-Jähriger sollte also 70 Prozent Aktien halten.
Aufteilung des Depots
Eine Geldanlage vereint drei Basisziele: Rendite, Liquidität und Sicherheit („magisches Dreieck“). Da diese allerdings nicht mit einer Geldanlage realisiert werden können, ist es wichtig, die eigenen Ziele zu objektivieren und das Depot mit verschiedenen Anlageformen zu mischen (Diversifikation).
Je größer die Verlustgefahr, desto größer ist auch die Ertragschance. Allerdings verringert sich bei risikoreicheren Anlagen wie Aktien sowie Fonds und Zertifikaten die Verlustwahrscheinlichkeit je länger die Papiere gehalten werden. Die Anlage- und Sparform, die mit ins Depot genommen werden soll, hängt somit maßgeblich davon ab, wie viel Zeit der Anleger hat. Auch die Lebensphase, in der sich der Anleger befindet, ist von entscheidender Bedeutung.
Nachfolgend haben wir die wesentlichen Phasen des Lebens kurz angeschnitten und mit Darstellungen versehen, wie die Anlagestrategie aussehen könnte.
Berufseinsteiger
Vom ersten eigenen Einkommen bleibt meist recht viel übrig zum Sparen, so dass die Grundsteine für längerfristige Ziele können gebildet werden, unter anderem für Wohnung und eine gute Altersvorsorge.
Junges Paar
Für langfristige Ziele und die Altersvorsorge sollte auf Aktien sowie Fonds und Zertifikate gesetzt werden. Für kurzfristige Ziele und Anschaffungen sind sichere Papiere und Geldanlagen empfehlenswert.
Familie mit Kindern
Für Familien mit Wohneigentum ist die Tilgung des Darlehens die größte Belastung. Ansonsten stehen die Ausbildung der Kinder und die Altersvorsorge im Vordergrund.
Vor Renteneintritt
Vor der Rente ist eine Umschichtung des Vermögens sinnvoll, so dass mit laufenden Erträgen die gesetzliche Rente etwas aufgestockt werden kann.
Quellen: BörseOnline Sonderausgabe „Geldanlage“ Nr. 3/06
Evers Jung, Studie „Anforderungen an Finanzvermittler“ September 2008
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